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Was ist ein Spaltlampenmikroskop?

Ein Spaltlampenmikroskop, oft auch nur als Spaltlampe bezeichnet, ist ein Instrument, mit dem ein Augenarzt oder Optiker die Augen untersucht und vermisst. Eine Spaltlampe ist ein Stereo-Mikroskop, das heißt, man schaut mit beiden Augen hindurch und erhält einen räumlichen Eindruck. Der Name "Spaltlampe" erklärt sich durch einen spaltförmigen Strahl, den das Mikroskop erzeugt. So bekommt man einen guten räumlichen Eindruck und kann feine Deteils erkennen. Ein Spaltlampen-Mikroskop ist ein Auflichtmikroskop, das heißt, die Lichtquelle sitzt auf der Objektivseite. Logisch, das Auge erzeugt ja von sich aus kein Licht.

Wie funktioniert eine Spaltlampe?

Wer schon einmal beim Augenarzt oder -optiker war, kennt das Gerät. Man legt Kinn und Stirn in eine Stütze. Der Arzt oder Optiker justiert das Gerät so, dass man mit einem Auge in ein Objektiv schaut.

Die Vergrößerung des Spaltlampenmikroskops ist variabel und reicht üblicherweise vom 6- bis zum 30-fachen - damit sieht man auch kleine Kratzer oder Furchen auf der Hornhaut, wie die folgende Abbildung zeigt:

Auflichtmikroskop Spaltlampenbild mit Hornhautdefekten - Bild von Murat Hasanreisoglu / Rahamim Avisar
Bildquelle: Wikimedia

Mit Hilfe verschiedener Belichtungsmethoden und Spaltbreiten kann man die unterschiedlichen Abschnitte des Auges (Hornhaut, Kammerwasser, Augenlinse) gut erkennen. Es ist sogar möglich, die Netzhaut im Augeninneren zu untersuchen: Dafür nutzt man ein sogenanntes Kontaktglas. Diese trichterförmige Lupenlinse wird wie eine Kontaktlinse auf die Hornhaut aufgesetzt. Das andere Ende des Kontaktglases wird auf die Spaltlampe gesetzt. So kann man tief ins Augeninnere hineinschauen.

Die meisten modernen Spaltlampen sind zusätzlich mit einem Applanationstonometer nach Goldmann ausgerüstet, das der Messung des Augeninnendrucks dient. Ebenso ist eine Kombination mit digitalen Kameras möglich, um Befunde filmisch oder fotografisch zu dokumentieren.

Geschichte der Spaltlampe

Die Spaltlampe wurde von dem schwedischen Mediziner Allvar Gullstrand 1911 erdacht. Seither ist dieses Gerät aus der Augenheilkunde nicht mehr wegzudenken. Die ersten industriell hergestellten Geräte stammten - wie so viele Mikroskope - aus der Jenaer Manufaktur von Carl Zeiss. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Laserlicht als Lichtquelle hinzugefügt. Dadurch ist die Spaltlampe auch für chirurgische Eingriffe geeignet. Siehe dazu: Augenlasern (Lasikon.de)

Fertigung und Qualität von Spaltlampen regelt in Deutschland der Normenausschuß Feinmechanik und Optik (NAFuO) in der DIN EN ISO 10939:2007.

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